Puerto Ordaz und seine Überraschungen
Die Straßen führen uns mit extrem gelöchertem Belag weiter in die Tiefe nach Nordosten zu unserem Ziel Puerto Ordaz.
Wir stehen in einem Innenhof eines wunderschönen Hotels. Der Besitzer Luis möchte den Reisenden Gutes tun und lässt sie kostenfrei und bewacht in seinem Hotelhof im eigenen Fahrzeug übernachten.
Und hier treffen wir auch Diego, unseren Guide in das Orinoco Delta. Dieses Wasserlabyrinth, wo der Orinoco-Fluss in den Atlantik mündet, birgt ein artenreiches Ökosystem aus tropischem Regenwald, Sümpfen und Mangroven. Hier leben auch die indigenen Warao- Völker, welche wir auch besuchen dürfen. Wir tauschen uns auch über den höchsten Wasserfall der Welt aus, die Angel Falls mit über 1000m, doch diese Tour würde unser Budget sprengen. Weiter geht es zur Sicherheit im Land und wir erfahren, dass es überall sehr ruhig ist, keine Unruhen, keine Auffälligkeiten zu hören sind und auch einige andere Reisende unterwegs sind. Das sind doch gute Nachrichten.
Diego muss nun alles erst einmal organisieren, denn wir sind die einzigen Gäste und es geht erst in zwei Tagen los für 3 Tage Orinoco-Delta.
Somit haben wir Zeit und Diego zeigt uns den La Llovizna Park mitten in der Stadt. Wir werden sogleich von Kapuzineräffchen begrüßt. Hier nennen sie die lustigen Gesellen auch liebevoll „Cappuccino- Monkeys“, weil ihr Fell einem Milchkaffe gleicht. Also an Äffchen kann ich mich nicht satt sehen. Doch es geht weiter und plötzlich bleibt uns fast der Atem stehen. Diese Größe und Menge an Wassermassen, die an diesem Platz so mitten in der Stadt herabstürzen, hätten wir auf keinen Fall erwartet. Da lassen wir einfach mal nur Bilder und Videos sprechen.
Über Steinbrücken gelangen wir über den See zurück und sind mal wieder positiv überrascht, was Puerto Ordaz zu bieten hat.




Orinoco-Delta: Wo das Wasser den Rhythmus angibt
Es geht mit dem Auto 3 Stunden an den Orinoco -Fluss und weiter 1 ½ Stunden mit dem Boot zur Lodge. Wir befinden uns nun im Orinoco- Delta, einem der Wasserreichsten Orte der Erde, der von Venezuela in den Atlantik fließt. In der Lodge werden wir vom Team herzlich empfangen und ebenso von einer Capybara Familie begrüßt. Unser Bungalow neben dem Fluss ist schlicht und zum Glück mit einem Moskitonetz ausgestattet. Der einzige Platz, um sich bei Dunkelheit in einer stichfreien Zone aufzuhalten.
Nach dem köstlichen Mittagessen erkunden wir sogleich einen kleinen Teil des Delta. Hier, wo die Zivilisation endet, beginnt unser Abenteuer. Das Delta ist ein riesiges Labyrinth aus hunderten Flussarmen (Canos) mit über 60 Flüssen und Kanälen welche sich über 41.000 qkm erstrecken und einen Schutzstatus von UNESCO erhalten hat. Dieses Labyrinth wird vom dichten smaragdgrünem Dschungel gesäumt und bietet Lebensraum für eine besondere Fauna und Flora. Wir sind sogleich begeistert über diese Artenvielfalt.
Rosa Flussdelfine, King Fischer in verschiedenen Größen und Arten, Hoatzins, rote Brüllaffen, Tukane, Aras, allgemein Tiere und Pflanzen die wir nicht kennen und nun neu entdecken, wie zum Beispiel ein Eichhorn-Kuckuck, Kanonenkugelbaum, Sumpftyrann oder einen Rostkehl-Faulvogel (wer sich diesen Namen wohl ausgedacht hat). Schön ist, dass alles sehr zu unseren Bedürfnissen abläuft, wir verweilen, wenn wir ein Tier entdecken und erleben die einzigartige Natur ganz bewusst. Wir bekommen Gummistiefel und wagen eine Exkursion in den Dschungel . Die Moskitos überfallen uns und beim einstecken des Mückensprays bleibe ich nur ein paar Sekunden im Matsch stehen. Schon versacken meine Stiefel und ich komme nicht mehr weiter. Mit einem kräftigen Ruck verliere ich das Gleichgewicht und falle vornüber in den Matsch. Natürlich sehe ich entsprechend aus und jeder hat seine Freude. Verschlammt verwandle ich mich in eine Piratenfrau. 😊





















Besonders beeindruckend ist der Besuch des Warao -Volkes. Sie leben seit Jahrtausenden im Einklang mit dem Delta. Wir sehen ihre auf Stelzen gebaute Hütten, die direkt am Uferrand über dem Wasser thronen, um sie vor den saisonalen Überschwemmungen zu schützen. Die Warao, bekannt als „Leute des Wassers“, heißen uns willkommen. Sie breiten sogleich ihre Handwerks- Kunst aus und präsentieren es uns stolz. Sehr zurückhaltend, doch voller Hoffnung auf ein paar Dollar. Flechtwaren mit Körbchen und Untersetzer, Ketten und Armbänder aus Samen u.v.m. 3 Familien können wir mit einem Kauf beglücken und die Kinder bekommen einen Keks. Uns fällt auf, dass sie geduldig warten, keiner drängelt und als es nicht für alle reicht gibt es keinen Streit oder Neid. Sie leben auf ihren Pfahlbauten oder auf einem einfachen Lehmboden, bei Regen und Matsch. Hängematten dienen zum Schlafen. Die Kochstelle befindet sich in der Mitte der Lebensfläche ohne Wände. Der Fluss als ihre Lebensader dient wie meistens zum Waschen, ernähren und zum Fortbewegen. Das Einbaum ist ihr einziges gängiges Fortbewegungsmittel, schon von Säuglingsalter an werden sie damit vertraut. Mit nur einem dünnen Stock und Faden wird geangelt. Schockierend ist für uns die Information, dass jedes zweite Kind bis zum zehnten Lebensjahr stirbt. Das Leben ist wirklich hart. Wir sind erschüttert.






Mit meinem ganzen Mut steige ich als letzte in den Einbaum. Schon gleich steigt meine Herzfrequenz, der Körper spielt verrückt. Ich versuche ruhig zu bleiben, doch der wackelige ausgehöhlte Baum (aufgeschaukelt durch mein eigenes Zittern) und die Nähe zum Wasser macht es mir unmöglich zu genießen. Wir kehren bald wieder um und ich muss erstmal meinen Körper wieder kontrollieren. Zum Glück haben alle Verständnis und wieder trage ich zum humorvollen Umgang damit bei.
Ich habe es gewagt und gewonnen, nämlich die Erkenntnis, dass ich keine Indigene bin. Andy passt da schon besser hinein. 😉



Unser Fazit zum Orinoco-Delta:
Das Delta ist kein Ort für Massentourismus, sondern ein Rückzugsort für Entdecker wie wir, die Natur sowie Ruhe lieben. Die Nächte sind erfüllt von Geräuschen des Dschungels. Wir verlassen das Delta mit dem Gefühl, einen der letzten unberührten Orte unseres Planeten gesehen zu haben.

El Tigre ist unser nächstes Ziel. Es liegt auf der halben Strecke zur Küste Venezuelas. Im Industriegebiet dieser Stadt dürfen wir in einem Park bewacht stehen bleiben. Wir drehen eine Runde und bei unserer Rückkehr werden wir von einem Begrüßungskomitee vom Touristenbüro empfangen. Dabei werden wir interviewt und erfahren, dass die 5 Silos, hinter ihnen stehen wir, 47m hoch und 32m im Durchmesser sind. Tatsächlich war das früher gefüllt mit Erdnüssen, denn wir befinden uns im Erdnuss- Gebiet. Vom superfreundlichen Begrüßungskomitee bekommen wir auch eine Tüte Erdnüsse und eine Packung Kaffee als Willkommensgeschenk überreicht und werden beim Interview gefilmt.

Unsere erste Strandberührung ist in Santa Fe am Seven Dolphins Beach. Leider hat sich das Meer schon sehr viel Strand geholt und der Himmel ist sehr bewölkt. Erst am nächsten Tag zeigt sich uns die Küste in voller Pracht mit herrlich blauem Himmel. Da wir auch von politischer Ruhe und Entspannung am Strand hören entscheiden wir uns zur Weiterfahrt der Küste entlang. Wir freuen uns darauf, das Schweizer Pärchen Patricia und Peter zu treffen. Es geht an den Posada Boca Beach, der zwischen Meer und Lagune liegt.



Unverhofft kommt oft
Tausende von Flamingos begrüßen uns in der Lagune schon bei der Fahrt zur Boca Beach Anlage. Wir sind sogleich begeistert und freuen uns auch Patricia und Peter kennenzulernen. Wir finden sogleich viel Gesprächsstoff und wir entscheiden hier über das Wochenende gemeinsam zu verweilen. In der Morgenstimmung die Lagune mit den Flamingos zu erleben ist ein Highlight. So viele Flamingos haben wir bisher noch nicht gesehen.
Der Strand ist kilometerlang, der Besitzer und sein Team begrüßen uns mit großer Willkommenskultur und wir genießen die herrliche Atmosphäre. Ara und Gelbscheitelamazonen leben hier frei und erfreuen uns täglich mit „Ola“. Der Gesprächsstoff geht uns nicht aus und somit gestalten sich die Tage sehr kurzweilig. Auch eine Überraschung mit Cocktail, Fackeln und großem Lagerfeuer trägt zum Wohlfühlen unterm Sternenhimmel bei. Ein toller Platz!











Nach dem Wochenende geht es weiter. Wir entscheiden uns für einen Platz direkt unter Palmen. Doch der einspurige 2,60m breite Weg für unsere große Emma erweist sich wieder mal als eine „Suche nach dem Weg des geringsten Widerstands“. Es kratzt, knackst und poltert auf unserem Dach bis wir zu einem sehr dicken Ast gelangen der uns komplett ausbremst. 35 km sind wir schon vorwärtsgekommen, es liegen nur noch 5 km vor uns. Alles rückwärtsfahren wollen wir auch nicht. Also heißt es zum ersten Mal: Akku -Säge raus und das Hindernis beseitigen. Wir haben sicherlich auch anderen großen Fahrzeuge einen Dienst erwiesen, wie zum Beispiel für PaPe das Mobil von Patricia und Peter. Wir stehen nun tatsächlich unter Palmen, genießen selbstgekochtes Essen auf der Düne mit Blick aufs Meer. Das Wellenrauschen begleitet uns in den Schlaf und wir entspannen total. Ein weiterer schöner Ort.






An Schönheit haben die zwei nächsten Strände ebenso mitzusprechen, nur die Infrastruktur ist ausbaufähig. Am Playa Congrejo nähe Chirimena stehen wir auch nah am Strand, fast zu nah, denn die Flut treibt das Wasser unter unsere Emma. Das Meer ist sehr ungestüm und laut, so dass sogar eine Unterhaltung schwierig wird. Wir ziehen am nächsten Tag an den Playa Los Caracas.




Wir streifen den Norden von Caracas, fahren auf der Autobahn an bunten Wohnblocks vorbei. Alles ist ruhig und die vielen Militärposten können wir meist ohne großes Halten durchfahren. Manchmal wollen sie wissen woher wir kommen, wohin wir fahren und die Reisepässe kontrollieren. Sie sind meist sehr freundlich und winken uns mit Bienvenidos in Venezuela weiter.
Wir passieren schöne Felsformationen und dann im Ort Osmar direkt vor der Polizeistation hakt sich trotz unserer Aufmerksamkeit ein Telefonkabel in der Halterung unserer Solarpanels ein. Wir bemerken es leider nicht und ziehen die Leitung auch noch hinter uns her. Wir legen sozusagen eine Spur für den Polizist auf dem Moped , von dem wir gestoppt werden. Er möchte unsere Reisepässe und wir sollen ihn auf die Polizeistation folgen. Hier verbringen wir 2 Stunden und beharren auf das zu niedrig hängende Kabel. 4m Höhe ist auf der ganzen Welt Standardmaß. Die Polizisten sind sehr freundlich und lassen uns dann tatsächlich nach 2 Stunden weiterziehen, mit unseren Reisepässen und gute Reisewünsche.
Schließlich kommen wir auch an der schönen Bucht in Los Caracas an. Der Platz, den wir gewählt haben, ist wieder mal herrlich mit Blick auf das Meer. Doch die Freude wird gedämpft, nachdem wir von der Kassiererin der Übernachtungsgebühr beim Essen gebeten werden wegzufahren. Hier darf man nicht über Nacht stehen. Wir dehnen das Essen aus, bis es dunkel wird, dann können wir eh keinen Ausblick mehr genießen.






Die Straße schraubt sich in steilen Serpentinen hoch auf 1800 bis 2000 m. Sobald wir das markante Eingangstor von Colonia Tovar passieren, verändert sich alles. Die tropische Hitze von Los Caracas weicht einer kühlen Brise und statt Betonfassaden sehen wir überall Fachwerkhäuser mit spitzen Dächern. Wir fühlen uns im tiefsten Baden-Württemberg, nur eben auf 1800-2000 Metern Höhe mitten im Nebelwald. Auch im Ort selbst schnauft Emma auf steilen, engen Straßen bergauf und bergab und immer wieder haben wir die tiefhängenden Kabel im Blick. Wir kommen gerade so durch das Tor vom Hotel Freiburg, und landen bei Jürgen, dem gastfreundlichen und hilfsbereiten Besitzer. Auch das Faultier in seinem Garten lässt sich fotogen blicken, was wir sehr gerne beobachten.
Wie kommt es zu einer süddeutschen Siedlung mitten in Venezuela? 1843 kamen aus dem Kaiserstuhl ca. 400 Einwanderer an, um im Auftrag der venezolanischen Regierung eine landwirtschaftliche Siedlung aufzubauen. Wie Jürgen berichtet, mussten sie die Straßen selbst bauen und fanden auch keine Häuser vor wie ihnen versprochen wurde. Sie mussten alles selbst in die Hand nehmen. Die ersten 100 Jahre blieb die Kolonie wegen ihrer abgelegenen Lage im Küstengebirge isoliert. Sie bauten Gemüse und Obst in den Steillagen an, betrieben Viehzucht und brauten das erste Bier Venezuelas. 1964 wurde eine Asphaltstraße gebaut und damit die Isolation beendet. Es kam zu einem Touristenboom und zu einer stärkeren Vermischung mit der Kultur Venezuelas. Heute ist es ein beliebtes Wochenendziel und Touristenziel, jedoch sind die ausländischen Touristenzahlen stark eingebrochen durch die politische und wirtschaftliche Lage. Colonia Tovar kämpft heute mit dem kulturellen Wandel und der Abwanderung.









Wir sind bewusst am Freitag angereist, um den Markt in Colonia Tovar zu erleben, darum machen wir uns gleich am Vormittag auf. Jürgen fährt uns noch zu einem Aussichtspunkt und bringt uns zu dem Schweizer Pärchen mit ihrer Auswahl der Konditorei an Törtchen, Postres Biedermann. Sie sind uns sehr zugewandt und laden uns ein zu köstlichem Beerentörtchen und heißer Schokolade/ Kaffee. Besucher aus Europa bekommen das. Dann geht es nur bergab in die Dorfmitte, wo das Leben brummt. Wir sehen Dirndl, Bayerische Wappen, Kuckucksuhren, einfach typisch deutsche Kultur. Wir schlendern an den Marktständen vorbei, die vor frischem Obst und Gemüse fast überquellen. So bunt und Vielfältig, ein Augenschmaus. Unsere Rucksäcke füllen sich mit dem gesunden Angebot und so manche Marktstandbetreiberin freut sich so sehr unsere deutsche Sprache zu hören, dass sie uns freudig umarmt.
Auch ein Abendessen lassen wir uns nicht entgehen. Spätzle und Cordon Bleu stehen ebenso auf der Karte wie Leberkäs und Würstchen.




Unser Fazit
Colonia Tovar ist für uns mehr als nur ein Ziel auf unserer Reise es ist ein kulturelles Zeitkapsel-Erlebnis. Für deutsche Langzeitreisende ist dieser „Schwarzwald im Regenwald“ in Venezuela einen Abstecher wert. Wir genießen jetzt noch die letzten Blicke auf die nebeligen Berge durch den Starkregen verursacht, bevor es zurück in die Tropen geht.

Nur zur Durchfahrt geht es durch den ältesten Nationalpark Venezuela, den Henri Pittier. Der Park besteht aus einem gebirgigen Hinterland und einem Küstenbereich mit Buchten und Stränden. Es regnet streckenweise bei unserer Fahrt und plötzlich sind wir im dichten Nebel. Wanderwege haben wir nicht wirklich entdeckt, schade. Doch der Aussichtsplatz gibt uns einen Überblick und vor allem nette einheimische Begegnungen.


Auf der Fahrt nach San Joaquin hat uns doch tatsächlich auf der Autobahn ein Fahrzeug freundlich gestoppt. Wir sind in Hab acht Stellung, dann streckt uns ein Venezolaner einfach nur lachend eine Tüte schwarzer Bohnen entgegen. Er freut sich so sehr, dass wir in seinem Land reisen. Könnt ihr euch das in Deutschland vorstellen? Wir sind ziemlich überrascht und freuen uns riesig über diese Geste. Sie verabschieden sich auch schnell wieder und wünschen uns eine gute Reise.
In San Joaquin, zwischen zwei Sportplätzen, treffen wir Ulrike und Harald mit ihrem Mogi. Wir kennen uns schon aus Ecuador von der Finca Sommerwind. Gemeinsam gestalten wir den Abend kurzweilig. Kinder und ihre Elternteile sind hier zahlreich vertreten und machen Sport, besonders gerne Baseball. Wieder erleben wir interessante Begegnungen und uns schwingen viel Sympathie und Freundlichkeit entgegen, vor allem von den Kindern. Ein Vater kommt nochmal zurück um seine Kinder wieder abzuholen und schenkt uns voller Freude darüber, uns hier anzutreffen, eine Tüte typisches Gebäck. Unglaublich die Großzügigkeit der Venezolaner.
Am nächsten Tag geht es für uns weiter.


Durch den Ort an die hinterste Bucht Playa Punta zieht es uns. Hier stehen wir komplett alleine und genießen drei herrliche Tage mit viel Ruhe, nur dem leichten Meeresrauschen im Ohr. Wir erkunden die Umgebung, laufen bis zum Ende der nächsten Bucht und beobachten die Fischer bei ihrer Rückkehr vom Fang und beim Netze flicken.






Nächster Halt ist bei Enrique und seiner Posada Los Cocos. Wir haben uns angekündigt und werden von ihm freundlich empfangen. Mit unserer großen Emma dürfen wir auf seinem Hof vor dem Haus im Bau stehen, sonst hätten wir vielleicht wieder einen Baum rasiert, das wollten wir nicht. Doch wir stehen direkt neben der Straße und die ist ziemlich laut. Wir haben das Gefühl, alle Auspuffanlagen ob, Moped oder Auto sind ausgeräumt. Dazu kommt das Wochenende mit einer Geburtstagsparty in der direkten Nachbarschaft und extrem lauter Musik, genau in unsere Richtung. Doch sie hört nicht auf, sondern geht bis morgens um 10.30 Uhr. Der Kopf macht sich bemerkbar.
Auch hier erkunden wir die Umgebung mal mit Blick auf die Lagune von oben, dann einen Besuch nach 7-8 km Wanderung auf einen weißen Strand mit türkisblauem Wasser. Wir müssen uns nur den unsäglichen Müll wegdenken. Zum Verweilen ist leider kein Platz.
Wir entdecken wieder Flamingos in der Lagune und chillen gerne in den sehr detailliert dekorierten Sitznischen. Alle sind sehr freundlich und wenn wir von der Straße absehen ist es ein wunderschöner Platz.
Über die Los Cocos buchen wir eine Bootstour zur schönsten Insel Venezuelas: Cayo Sombrero.











Karibisches Juwel hautnah erleben
Wir werden mit dem Auto zum Boot (Lancha) in der Nähe von Morrocoy gebracht, dass uns direkt in 30-45 Minuten zur Insel Cayo Sombrero bringt. Schon während der Fahrt genießen wir die Aussicht auf die Mangrovenwälder und das azurblaue Meer. Der Fahrtwind ist herrlich. Doch leider sehen wir auch abgestorbene Mangroven, da das Wasser nicht mehr richtig zu- und abfließen kann. Die Sedimente verkleben mit den Resten der Ölraffinerie und verhindert den Wasseraustausch. Wir können und wollen es nicht schön reden. Enrique selbst hat uns darüber aufgeklärt.
Auf der Insel angekommen, lassen wir den Trubel am Hauptstrand hinter uns. Wir folgen einem Pfad zur anderen Seite der Insel. Hier finden wir, was wir suchen: absolute Ruhe, ein schönes Panorama und kristallklares Wasser, das Andy förmlich zum Schnorcheln einlädt. Hängematte aufgehängt und ein schattiges Plätzchen unter Palmen eingerichtet. Perfekter Platz für meinen Geburtstag. Herrlich!!!
Genau mit diesem Insel- Juwel verabschieden wir uns wieder bei euch und wünschen euch reichlich Gesundheit bei dieser Kälte zuhause. Diesen Winter gibt es ordentlich Schnee zur Freude einiger. Lasst es euch gut gehen bis wir von unserer vermutlich letzten Etappe in Venezuela aus der Wüste, den venezolanischen Anden und den Erlebnissen dazwischen berichten. Werden wir den höchsten Berg „Pico Bolivar“ sehen können? Bis zum nächsten Mal.





