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October: Washington, Oregon, California: “Off to the south – like the migratory birds”

Ein Schichtvulkan im herbstlichen Outfit

Willkommen zurück im Land der Füße, Gallonen, Meilen und Pfund. Wir pinnen schnell wieder die Spickzettel an, um Geschwindigkeitsangaben einhalten zu können. Auch sonst sind sie äußerst sinnvoll um kein Feststecken unter Brücken zu riskieren und den aktuellen Dieselpreis zu erfahren.

Eine Zeit mit bereichernden Begegnungen liegt hinter uns und neue Abenteuer im Westen der USA erwarten uns. Zum Beispiel das kleine Abenteuer neue Schuhsohlen für Emma zu beschaffen. Dass sich die Organisation dieser üblichen Nato Reifen als Herausforderung entpuppt, war uns nicht klar. Diesmal versuchen wir in Seattle beim Truck Reifencenter Purcell unser Glück, bereits die achte Anlaufstelle. Auch der freundliche Abteilungsleiter konnte unsere Größe nicht besorgen. Weder Continental, Michelin noch Goodyear. „Werden momentan nicht produziert!“  Mannomann, jetzt wird es echt spannend. Das kann noch deutlich teurer werden, wenn sie aus Deutschland nach Mexiko geschickt werden müssten. Das Einzige, was wir in die Hand bekommen sind zwei Telefonnummern. Also nochmals ran ans Handy, mal sehen was sich entwickelt. Ihr werdet jedenfalls informiert.

Immer wieder wundern wir uns über einen komischen Geruch in der Nase und fragen uns, ob ein Stinktier/ Skunk überfahren wurde. Dann registrieren wir mehrere große Gewächshäuser in denen der Cannabis üppig wächst. Das ist hier schon sehr verbreitet und unsere Meinung zur Legalisierung der Droge hat sich ziemlich geändert. Ob damit der Verbrauch kontrollierter wird wagen wir an dieser Stelle zu bezweifeln.

Emma schraubt sich im Staate Washington weiter in die Höhe zu einem Stratovulkan. Ein aus einzelnen Schichten von Lavaströmen und Lockermassen aufgebauter Vulkan. Der Mount Rainier mit seinen 4392m Höhe ist das ganze Jahr mit Schnee bedeckt und überragt die benachbarten Gipfel des Cascade- Gebirges. Der Berg von vulkanischer Natur und die Pflanzenwelt ist sehr empfindlich. Sie wachsen auf über 1500 Meter, wo pro Jahr über 15 Meter Schnee fallen können. Die schneefreie Zeit ist mit 3 Monaten sehr kurz und  jede beschädigte Pflanze benötigt lange Zeit, um sich zu erholen. Darum wird darauf geachtet, dass man auf den Wegen bleit. Wir haben mit Anfang Oktober wieder immenses Glück einen wunderschönen Tag mit Sonnenschein zu erleben. Und vor allem präsentiert sich der Schichtvulkan von seiner besten Seite.

A stratovolcano in an autumnal outfit

Welcome back to the land of feet, gallons, miles and pounds. Quickly pin the cheat sheet again so that you can stick to the speed specifications. They are also useful in other ways so that you don’t risk getting stuck under bridges and you can find out the current diesel price.

A time of enriching encounters lies behind us and new adventures in the western United States await us. For example, the little adventure of getting new shoe soles for Emma. We didn’t realize that organizing these usual NATO tires would turn out to be a challenge. This time we try our luck in Seattle at the Purcell truck tire center, already the eighth point of contact. Even the friendly department manager couldn’t get our size. Neither Continental, Michelin nor Goodyear. “Not being produced at the moment!” Man, now it’s getting really exciting. This could be expensive if they had to be sent from Germany to Mexico. The only thing we get is two phone numbers. So get on your cell phone again. Let’s see what develops. In any case, you will be informed.

We are always surprised by a strange smell in our nose and wonder whether a skunk has been run over. We then register several large greenhouses in which the cannabis grows lushly. This is already very common here and our opinion on legalizing the drug has changed quite a bit. At this point we dare to doubt whether this will make consumption more controlled.

Emma spirals further up into a stratovolcano in Washington state. A volcano made up of individual layers of lava flows and loose masses. Mount Rainier, at 4,392m high, is covered in snow year-round and towers over the neighboring peaks of the Cascade Mountains. The mountain is volcanic in nature and the flora is very delicate. They grow to over 1500 meters, where over 15 meters of snow can fall per year. The snow-free period is very short at 3 months and any damaged plant needs a long time to recover. That’s why care is taken to stay on the paths. At the beginning of October we are again immensely lucky to experience a wonderful day with sunshine. And above all, the stratovolcano presents itself at its best.

Der Mt. Rainier 4392 m im Dauerschnee

Wir treffen auf dem Parkplatz des Skyline Loop Trail die Böblinger Mary und Thomas. Wir sind schon mehrmals aneinander vorbeigefahren, diesmal laufen wir uns quasi in die Arme.

Gemeinsam wandern wir die 9 km mit 450m Aufstieg vom Paradise Parkplatz auf 2070 m Höhe los. Wir genießen die atemberaubende (nicht nur wegen des Aufstiegs) Schönheit des größten Berges Washingtons. Zudem haben wir Glück, denn der Vulkan erhebt sich vor uns mit seiner weißen Mütze und unter ihm breitet sich ein roter Teppich der Heidelbeerbüsche aus. Jetzt werden wir entschädigt für den verpassten Herbst in den Tombstone Bergen im Yukon. Ein herrlicher Tag und eine kurzweilige Wanderung in sehr sympathischer Gesellschaft bleiben in Erinnerung.

We meet Böblinger Mary and Thomas in the parking lot of the Skyline Loop Trail. We’ve driven past each other several times, and this time we practically run into each other’s arms.

Together we hike the 9 km with 450m ascent from the Paradise parking lot at 2070m. We enjoy the breathtaking (not just because of the climb) beauty of Washington’s largest mountains. We are also lucky because the volcano rises in front of us with its white cap and a red carpet of blueberry bushes spreads out beneath it. Now we are compensated for the missed autumn in the Tombstone Mountains in the Yukon. A wonderful day and an entertaining hike in very friendly company comes to an end.

Das Meer und die Oregon Küste zieht uns magisch an. Wir freuen uns auf die salzige Luft, das Rauschen und Tosen der Wellen und auf die kilometerlangen Sanddünen . Auf dem Three Capes Scenic Loop gelangen wir nach Cape Maeres. Mit der Abendstimmung erkunden wir den Leuchtturm mit Kerosin betriebener Linse, der seit 1890 existiert und damals die stärkste Leuchtkraft seiner Zeit besaß. Seeleute konnten die markanten Blitze 33 km weit entfernt wahrnehmen. Der Weg führt uns mit herrlichem Küstenblick zur Kraken-förmigen Sitka-Fichte. Der Octopus Tree mit seinen dicken ausladenden Ästen erinnert tatsächlich an eine Riesenkrake.  Auch Grau- und Buckelwale lassen sich von der Küste recht nah beobachten und immer wieder erhaschen wir einen Kopf der Robben und Seelöwen. Küsten-Leben pur!!!

The sea and the Oregon coast magically attract us. We look forward to the salty air, the sound and roar of the waves and miles of sand dunes. On the Three Capes Scenic Loop we reach Cape Maeres. With the evening atmosphere we explore the lighthouse with a kerosene-powered lens, which has been in operation since 1890 and had the strongest luminosity of its time. Sailors could see the striking flashes 20 miles (33 km) away. The path takes us to the octopus-shaped Sitka spruce with a wonderful coastal view. The Octopus Tree with its thick, sprawling branches is actually reminiscent of a giant octopus. Gray and humpback whales can also be observed quite close from the coast and we always catch a glimpse of the head of seals and sea lions. Pure coastal life!!!

Die Küste präsentiert uns einen Leuchtturm nach dem anderen. Und immer wieder ziehen zahlreiche gleitende Pelikane an uns vorbei. Sie haben unser Herz wieder einmal erobert.

The coast presents us with one lighthouse after another. And again and again numerous gliding pelicans pass us by. You have captured our hearts.

Der Einblick in die Tierwelt des Pazifiks wird für uns im Oregon Coastal Aquarium intensiviert. Hier können wir durch einen gläsernen Tunnel laufen, der sich durch eine künstliche Meereswelt mit seinen Bewohnern zieht. Getupfte Leopardenhaie, Hundshaie, unterschiedliche Arten von  Rochen und verschiedenste  Fischschwärme gleiten im Wasser über und neben uns am Tunnel entlang. Ein Gefühl wie im Meer, was uns beeindruckende und seltene Anblicke ermöglicht. Wir erleben leuchtende Quallen, comicreife Papageientaucher und allerlei andere vielseitige und vor allem einheimische Meeres- und Küstenbewohner aus unmittelbarer Nähe. Ein wirklich lohnenswerter Besuch.

The coast presents us with one lighthouse after another. And again and again numerous gliding pelicans pass us by. You have captured our hearts.

Our insight into the wildlife of the Pacific is intensified at the Oregon Coastal Aquarium. Here we can walk through a glass tunnel that runs through an artificial sea world with its inhabitants. Spotted leopard sharks, dog sharks, different types of rays and various schools of fish glide in the water above and next to us along the tunnel. A feeling like being in the sea, which allows us to see impressive and rare sights. We experience bright red jellyfish, cartoonish puffins and all sorts of other diverse and, above all, native sea and coastal creatures up close. A really worthwhile visit.

Am Cape Arago finden wir die größte Robben- und Seelöwenkolonie Oregons vor. Tatsächlich liegen, tummeln, sonnen sich vier verschiedene Arten auf den kleinen Felseninseln und im Wasser. Wir entdecken die Kalifornischen- und Steller Seelöwen sowie Seehunde und den nördlichen See-Elefant. Ihr Geschrei kündigt die Kolonie schon von Weitem an. Wir amüsieren uns besonders über die Balgerei im Wasser und die runden Seehunde, die wie aufgeblasene Riesenluftballons auf kleinen Felsenplateaus liegen. Sie genießen ausgiebig die Sonnenstrahlen und wir machen es ihnen nach, bevor die Schlechtwetterfront uns wieder einholt.

At Cape Arago we find the largest seal and sea lion colony in Oregon. In fact, four different species lie, frolic and sunbathe on the small rocky islands and in the water. We spot the California and Steller sea lions as well as harbor seals and the northern elephant seal. The howling announces the colony before we can discover it. We are particularly amused by the fighting in the water and the round seals that lie on the water like giant inflated balloons. We also soak up the sun’s rays before the bad weather front catches up with us again.

Willkommen in Kalifornien

Es geht über die Grenze in den Sonnenstaat und wir passieren einen Kontrollposten für Obst und Gemüse. Dabei geht es um die Orientalische Fruchtfliege, die keinen Schaden an heimischen Obst- und Gemüsesorten anrichten soll.  Wir werden freundlich gefragt und ihnen reicht unsere verneinende Antwort der verbotenen Fruchtsorten. Kalifornien empfängt uns mit einem herrlichen Wald, fünf Prozent der imposanten Mammutbäumen die sie noch besitzen.

Welcome to California

It goes over the border into the sunshine state and there is a checkpoint for fruit and vegetables. This is about the oriental fruit fly, which is not supposed to cause any harm. We are asked in a friendly manner and our negative answer from the introduced fruit varieties is sufficient. California welcomes us with a wonderful forest, five percent of sequoia trees that they still have.

Im Reich der Giganten

Es ist einfach gigantisch! Wir haben nun schon viele große und uralte Bäume gesehen, doch die Redwoods, die ältesten Bäume der Erde, übertreffen alle. Etwas südlich von Crescent City beginnt der Redwood National Park, bzw. eine ungewöhnliche Kombination von zusammenhängenden State und National Parks. Ihnen ist es zu verdanken, dass die letzten größeren Riesenmammutbaum-Bestände Nordkaliforniens vor den Sägen der Holzwirtschaft (Logging Companies) gerettet wurden. Diese mächtigen Bäume machen andächtig, von denen einzelne ein Alter von bis zu 2.000 Jahren, über 100m Höhe und 6m Durchmesser am Boden erreichen können und nur aus einem Samen so groß wie ein Tomatenkern entstanden sind. Es gibt die Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) welche sich nahe am Meer befinden, einen dünneren Stamm haben und höher wachsen. Dann gibt es die Riesenmammutbäume die auch Bergmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) genannt werden, die an den Hängen der Sierra Nevada gedeihen. Diese sind im Durchmesser deutlich dicker, dafür nicht so hoch. Für uns sind sie allesamt beeindruckende Geschichtenerzähler. An diesen Exemplaren können wir erkennen, wie fantastisch die Natur eingerichtet ist.  Mit ihren riesigen Baumkronen fangen die Redwoods winzige Wasser Tröpfchen aus dem kalifornischen Küstennebel auf und leiten sie über ihre Rinde in den Erdboden ab. Bis zu 40 Prozent ihres Wasserbedarfs decken sie mit dieser Technik. Gleichzeitig gehören sie zu den Pflanzen (Pyrophyten), die mit ihrer Borkenbeschaffenheit das Feuer benötigen um sich fortzupflanzen. Nur durch die aufsteigende heiße Luft der Feuer öffnen sich die Zapfen und werfen die Samen ab.

Wir fühlen uns wie Zwerge inmitten von Riesen. Auch Emma kommt uns plötzlich klein vor, besonders auf der einspurigen Howland Hill Road, welche an zwei Stellen schon ein gutes Fahrvermögen beansprucht. Wir können nicht genug bekommen von den mächtigen Riesen, durchkreuzen auf dem Weg in den Süden auch den Humboldt Redwood State Park. Wir sind so dankbar, dass Umweltschützer den Kampf gegen die Holzwirtschaft gewonnen haben. Gerade noch 5 Prozent des Baumbestands blieben erhalten und stehen nun unter besonderem Schutz. Giganten, die hoffentlich noch lange leben und uns ehrfürchtig und staunend stehen lassen. Auch der strömende Regen kann unserer Faszination nichts anhaben. Die Größe ist schwer einzufangen, mit Emma und uns haben wir versucht diesen Größenvergleich zu veranschaulichen.

In the realm of giants

It’s simply gigantic! We have seen many large and ancient trees, but redwoods, the oldest trees on earth, surpass them all. Just south of Crescent City begins the Redwood National Park, or an unusual combination of connected state and national parks. It is thanks to them that the last large giant sequoia stands in Northern California were saved from the saws of the logging companies. These mighty trees are reverent, some of which can be up to 2,000 years old, over 100m high and 6m in diameter at the base, and only grew from a seed the size of a tomato seed. There are the coast redwoods (Sequoia sempervirens) which are located on the coast, as the name suggests, have a thinner trunk and grow higher. Then there are the giant sequoias, also known as mountain sequoias (Sequoiadendron giganteum), which thrive on the slopes of the Sierra Nevada. These are significantly thicker in diameter, but not as high. For us, they are all impressive storytellers. From these trees you can see how fantastically arranged nature is. With their huge treetops, redwoods capture tiny water droplets from the Californian coastal fog and drain them through their bark into the ground. They cover up to 40 percent of their water needs with this technology. At the same time, they are plants (pyrophytes) that, due to their bark structure, require fire to reproduce. Only through the rising hot air of the fire do the cones open and release the seeds.

We feel like dwarves among giants. Emma also suddenly seems small to us, especially on the single-lane Howland Hill Road, which requires good driving skills in two places. We can’t get enough of the mighty giants, and we also pass through Humboldt Redwood State Park on the way south. We are so grateful that environmentalists won the fight against the timber industry. Just 5 percent of the tree population was preserved and is now under special protection. Giants who will hopefully live for a long time and leave us standing in awe and wonder. Even the pouring rain can’t dampen our fascination. The size is difficult to capture, with Emma and us we tried to illustrate this size comparison.

Auf dem Highway Number One zur Golden Gate

Wir halten in Ferndale im Staat Washington und der letzten nördlichen Siedlung vor der Lost Coast an. Durch die im viktorianischen Stil erhaltenen Ladenfronten und Häuser in der Hauptstraße werden wir auf den sympathischen Ort aufmerksam gemacht. Die Häuser sind gepflegt und bestens saniert und weisen beträchtlichen Wohlstand vor. Auch Halloween- Dekorationen sind üppig vertreten. Die Ansiedlung erfolgte in den 1850er Jahren und ihre Wurzeln liegen in der Milchindustrie, die nach wie vor ein wichtiger Aspekt der heutigen Wirtschaft ist.

Wir schlendern durch die wenigen Gassen und halten die für uns schönsten und beeindruckendsten Häuser digital fest.

On Highway Number One to the Golden Gate

We stop in Ferndale, Washington State, the last northern settlement before the Lost Coast. The Victorian-style shop fronts and houses on the main street draw our attention to this pleasant place. The houses are well maintained and well renovated and show considerable prosperity. Settlement occurred in the 1850s and its roots lie in the dairy industry, which remains an important aspect of today’s economy.

We stroll through the few alleys and digitally capture what we consider to be the most beautiful and impressive houses.

Die Gewalt des Pazifiks an der Westküste und an der Petrolia- Mattole Road entlang ist beeindruckend. Lautstark tosend brechen die Wellen an Felsen und auf den Strand. Die Pelikane fliegen elegant und knapp über die Riesenbrecher hinweg. Lost Coast wird dieses Strandgebiet genannt. Einige Traveller sind hier auf der sehr anspruchsvollen Strecke vielleicht auch verloren gegangen. Nein Spaß beiseite: Die Lost Coast ist Kaliforniens einzige Küstenwildnis, in der weder eine Bebauung noch Hauptstraßen in die Nähe des Ozeans führen. Wir benötigen 2 Tage, denn die Fahrt dauert alleine 4 Stunden für 80 km mit unserer Emma.

Wir finden den Mattole Campsite für nur 8 $ und einen schönen windgeschützten Platz hinter den Dünen. Sogleich erkunden wir den Strand, es ist Ebbe und der Pazifik trotzdem wild und beeindruckend. Vor dem Schwimmen wird hier gewarnt, da die Strömungen sehr stark sind und einen schnell hinaus aufs offene Meer ziehen. Wir beobachten wieder einmal die Pelikane und es ist ein Genuss ihre elegante Flugakrobatik knapp über den peitschenden Wellen zu erleben. Auch die Gischt lässt den Strand im Nebel und einer mystischen Atmosphäre erscheinen. Wir sind fast ganz alleine unterwegs, nur die Möwen und Pelikane zu hunderten fliegen über unsere Köpfe hinweg.

Eine absolute Ruhe erleben wir hier und wären gerne noch länger geblieben, vor allem da auch unsere lieben Reisefreunde Elisa und Daniel dazustoßen. Doch unser Heimflug und die vielen Sehenswürdigkeiten in Kalifornien lassen uns weiterziehen. Vermutlich sehen wir die Youtuber KUNO AND US  wieder, denn wir haben eine ähnliche Route.

Das Land ist einfach riesig, die Entfernungen und viele schöne Strecken sehr zeitintensiv. Wir wissen auch, dass wir nicht alles sehen können und streichen schweren Herzens einige Empfehlungen. Lernfeld in diesem riesigen Land: Mit Lücken reisen und dort wo wir uns befinden ganz bewusst (er)leben!

The power of the Pacific on the West Coast and along the Petrolia-Mattole Road is impressive. The waves crash loudly against rocks and onto the beach. The pelicans fly elegantly and just above the giant breakers. This beach area is called the Lost Coast. Some travelers may have gotten lost here on the very demanding route. No jokes aside: The Lost Coast is California’s only coastal wilderness where neither development nor major roads lead near the ocean. We need 2 days because the journey alone takes 4 hours for 80 km with our Emma.

We find the Mattole Campsite for only $8 and a nice sheltered spot behind the dunes. We immediately explore the beach; it is low tide and the Pacific is still wild and impressive. You are warned against swimming here, as the currents are very strong and will quickly pull you out to sea. We watch the pelicans once again and it is a pleasure to experience their elegant flying acrobatics just above the whipping waves. The spray also gives the beach a mist and a mystical atmosphere. We are almost completely alone, only the hundreds of seagulls and pelicans fly over our heads.

We experience absolute peace here and would have liked to have stayed longer, especially since our dear travel friends Elisa and Daniel were joining us. But our flight home and the many sights in California allow us to move on. We’ll probably see the Youtubers KUNO AND US again because we have a similar route.

The country is simply huge, the distances and many beautiful routes are very time-consuming. We also know that we can’t see everything and with a heavy heart we are removing some recommendations. Learning field in this huge country: Travel with gaps and consciously live where we are!

In Leggett fängt der berühmte Highway Number One an. Hier gibt es auch den auf zweieinhalbtausend Jahre geschätzten „Chandelier Tree“ (Kronleuchter), ein 96 m hoher Küstenmammutbaum. 1930 wurde in den Baumstamm als Touristenattraktion ein Tunnel hineingesägt, damit eine Durchfahrt mit einem PKW möglich ist. Der Baum ist stark genug und hat überlebt und unsere Emma schaut sich die Durchfahrt nur von vorne an. Doch die Möglichkeit durch einen lebenden Baum zu fahren übt für viele eine Faszination aus. Wir beobachten amüsiert die Millimeterarbeit im Schneckentempo vieler Fahrzeuge, tatsächlich hat es auch ein Pickup haarscharf durchgeschafft.

Wir befinden uns wieder an der Küste und schlängeln uns auf schmalen Straßen an beeindruckenden Klippen und Stränden entlang. Auch die herbstliche Färbung können wir immer wieder entdecken. Vor allem auf einer Küstenzunge überzieht ein roter Pflanzenteppich den kompletten Abschnitt. Ein wirklich traumhafter Anblick, da das leuchtende Blau des Himmels und des Ozeans einen guten Kontrast gibt.

Tatsächlich blühen hier Belladonnalilien die zu den echten Amaryllis zählen und viele verschiedene andere Pflanzen. Schön, dass uns zu dieser Jahreszeit leuchtendrosa Farbtupfer der „Schönen Frauen“ begleiten. Wir sind halt in Kalifornien, dem Sonnenstaat.

The famous Highway Number One begins in Leggett. There is also the “Chandelier Tree”, a 96 m high coastal redwood tree that is estimated to be two and a half thousand years old. In 1930, a tunnel was sawn into the tree trunk as a tourist attraction so that cars could pass through. The tree is strong enough and has survived and our Emma just looks at the passage from the front. But the opportunity to drive through a living tree is fascinating for many. We watch with amusement as many vehicles work to the millimeter at a snail’s pace; in fact, one pickup truck also managed to do it in a hair’s breadth.

We’re back on the coast, winding along narrow roads past impressive cliffs and beaches. We can also discover the autumnal colors again and again. Especially on one coastal tongue, a red carpet of plants covers the entire section. A truly fantastic sight as the bright blue of the ocean provides a good contrast.

In fact, Belladonna lilies and other plants bloom here. It’s nice to see bright pink lilies blooming at this time of year. We’re in California, the sunshine state.

Wir gelangen in eine weitere Stadt, ein Highlight auf unserer Route, San Francisco. Was für ein Gefühl direkt an der Golden Gate zu stehen. Das goldene Tor in die San Francisco Bay, welches erst im 20. Jahrhundert mit den technischen Voraussetzungen die Überbrückung der 2 km breiten und 30 m tiefen Meerenge ermöglichte. Bis zu dieser Zeit konnte man nur über einen Fährbetrieb ans andere Ufer gelangen. Durch die plötzlich von der See hereinbrechenden Nebel kam es zu vielen Havarien. Erst 1933 begann man mit der Realisierung der Brücke und 1937 wurde sie dann eingeweiht. Sie war damals mit einer Gesamtlänge von 2737 m die längste Hängebrücke der Welt. Die tragenden Stahlseile der 27 m breiten und sechsspurigen Fahrbahn (plus Fuß- und Radweg) haben einen Gesamtdurchmesser von 92 cm.  Wir haben Glück, denn mit Sonnenschein strahlt die Brücke in gleißendem Rot und macht seinem Namen alle Ehre. Wir halten sie in jeglichen Stimmungen fest, denn sie ist eben das Markenzeichen San Franciscos.

We reach another city, a highlight on our route, San Francisco. What a feeling to stand right at the Golden Gate. The golden gate into San Francisco Bay, which only in the 20th century made it possible to bridge the 2 km wide and 30 m deep strait with the technical requirements. Until that time, the only way to get to the other bank was via a ferry service. The fog that suddenly rolled in from the sea led to many accidents. Construction of the bridge only began in 1933 and it was inaugurated in 1937. At that time, it was the longest suspension bridge in the world with a total length of 2,737 m. The supporting steel cables of the 27 m wide, six-lane roadway (plus pedestrian and cycle path) have a total diameter of 92 cm. We’re lucky because when the sun shines, the bridge shines bright red and lives up to its name. We capture it in every mood because it is the trademark of San Francisco.

Ein historisches Highlight ist die Fahrt mit der Kabelbahn, die seit 1873 den öffentlichen Betrieb startete. Der deutsche Ingenieur William Eppelsheimer (1842-1920) war für den Bau der ersten Kabelbahnlinie der Welt hier in San Francisco verantwortlich. Seine Erfindung findet bis heute noch Verwendung. Wir sind jedenfalls dabei, einige Strecken der Schachbrettmuster-Straßenzüge zu durchqueren. Doch zuerst muss die Bahn auf einer Drehscheibe von Menschenkraft in Fahrtrichtung gebracht werden. Kaum zu glauben, dass die steile Fahrt hinauf zur Hyde Street von diesen Rollen bewältigt wird. Auch dürfen die Fahrgäste auf den Trittbrettern stehen bleiben und an der Stange haltend mitfahren. Wann hat man für so eine Gaudi schon mal die Gelegenheit?

A historical highlight is the ride on the cable car, which began public operations in 1873. German engineer William Eppelsheimer (1842-1920) was responsible for building the world’s first cable car line here in San Francisco. His invention is still used today. In any case, we are about to traverse some stretches of the checkerboard streets. But first the train has to be moved in the direction of travel by human power on a turntable. It’s hard to believe that this train can handle the steep climb up to Hyde Street. Passengers are also allowed to stand on the running boards and only hold on to the bar. That’s a lot of fun.

Mit acht Haarnadelkurven wollte man die 27 Prozent natürlicher Steigung verringern. Dabei wurde die Lombard Street zu einer der berühmtesten Straßen San Franciscos. Sogar Verfolgungsjagden wurden hier gedreht. Mit den roten Ziegeln, den Blumenbeeten und gepflegten Häusern an der Seite sieht der Straßenzug auch sehr reizvoll aus. Von oben wie von unten lassen sich jedoch für uns die Serpentinen schwer einfangen.

Täglich verkehren hier bis zu 250 Fahrzeuge in der Stunde. 2013 gab es sogar einen täglichen Durchschnitt von 2630 Autos und jährlich kommen bis zu 2 Millionen Besucher vorbei. Da wünschen wir den Anwohnern gute Fenster.

The aim was to reduce the 27 percent natural gradient with eight hairpin bends. Lombard Street became one of the most famous streets in San Francisco. Even car chases were filmed here. The street also looks very attractive with the red bricks, flower beds and well-kept houses on the side. However, the serpentines are difficult for us to capture from above and below.

Up to 250 vehicles an hour pass here every day. In 2013 there was even a daily average of 2,630 cars and up to 2 million visitors annually. We wish the residents good windows.

Das Chinatown-Viertel in San Francisco ist die älteste in Nordamerika und zudem die Größte außerhalb Asiens. Das wussten wir vorher auch nicht. Sie wurde in den 1850ern gegründet und war für die chinesischen Einwanderer sehr wichtig und einflussreich, denn sie hat ihre eigenen Bräuche, Sprachen, Kultstätten und Identität bewahrt. Es gibt sogar zwei Krankenhäuser, zahlreiche Kirchen und ein Postamt. Wir tauchen ein in eine für uns fremde Welt. Überall sehen wir die roten Lampions zwischen den Straßen hängen, was Glück und frohe Neuigkeiten symbolisiert. Dies ist dem kürzlich begangenem chinesischen Nationalfeiertag zu verdanken. Auch Gerüche nach chinesischen Gewürzen dringen in unsere Nasen und durch ein Schaufenster können wir zwei Köchinnen bei der Herstellung von Dimsam Gerichten zusehen. Uns fällt auch auf, dass hier 80% der Menschen mit Gesichtsmasken unterwegs sind. Das Straßentreiben ist sehr geschäftig und vielseitig. Weiter geht es hinab zu den Piers. Am Pier 33 buchen wir uns eine Tour zur Alcatraz Gefängnisinsel für den folgenden Tag und am Pier 39 lassen wir schnell den  Menschenandrang am Fisherman`s Wharf hinter uns (nur Geschäfte und Buden) und wenden uns den Akrobaten und Faulenzern zu, den Kalifornischen Seelöwen. Mitten in der Stadt befindet sich die Kolonie am Hafen und lässt sich durch den Touristenrummel nicht stören.

The Chinatown district in San Francisco is the oldest in North America and the largest outside of Asia. We didn’t know that before either. Founded in the 1850s, it was very important and influential for Chinese immigrants, retaining its own customs, languages, places of worship and identity. There are even two hospitals, numerous churches and a post office. We immerse ourselves in a world that is foreign to us. Everywhere we see the red lanterns hanging between the streets, which symbolizes happiness and good news. This is thanks to the recently celebrated Chinese National Day. The smells of Chinese spices also reach our noses, and we can watch two cooks making Dimsam dishes through a shop window. We also notice that 80% of people here wear face masks. The street life is very busy and varied. We continue down to the piers. At Pier 33 we book a tour to the Alcatraz prison island the next day and at Pier 39 we quickly leave the crowds of people at Fisherman’s Wharf behind us (only shops and stalls) and turn to the acrobats and loungers, the California sea lions. The colony is located in the middle of the city at the harbor and is not disturbed by the hustle and bustle.

Wir fahren mit dem Tagesbusticket nach Haight-Ashbury und beamen uns in die 60er Jahre zurück. Die Flower-Power Zeit ist hier noch allgegenwärtig, in den Schaufenstern sind die Blumendekorationen, übergroße Sonnenbrillen, bunte Kleidung und Schlaghosen sowie Lederfransenwesten zum Kauf ausgestellt. Alles ziemlich schrill, bunt und einfach Kult!!!😉

Wir erkunden Straßen mit kunstvoll detaillierten, teils mehrstöckigen Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Diese wurden in den 60ern zu einem Paradies für Hippies. In diesem Bezirk gab es billige Zimmer und leerstehende Immobilien zur Miete oder zum Verkauf. Die alternative Kultur begann dort zu blühen und schlug Wurzeln. Auch heute ist es noch sichtbar. Beim schlendern durch die Häuserzeilen schwirren uns immer wieder die Lieder von McKenzie „San Francisco“ und Janis Joplin „Oh Lord wan`t you buy me a Mercedes-Benz“ im Kopf herum. Vor allem, ein schönes altes Holzhaus und einer Limousine mit Sternchen vor der Tür lässt den Song von Janis Joplin lebendig werden. Eine wirklich tolle Zeitreise!!!

We take the day bus ticket to Haight-Ashbury and reminisce about the 60s. The flower power era is still omnipresent here, flower decorations are in the shop windows, oversized sunglasses, colorful clothing and bell-bottoms as well as leather fringed vests are on offer. Everything is pretty flashy, colorful and just awesome😉

We explore streets with artistically detailed, partly multi-story wooden houses from the 19th century. These became a paradise for hippies in the 1960s. In this district there were cheap rooms and vacant properties for rent or sale. The alternative culture began to flourish there and took root. It is still visible today. We stroll through the rows of houses and once again the songs by McKenzie “San Francisco” and Janis Joplin “Oh Lord wan`t you buy me a Mercedes-Benz” are buzzing around in our heads. Especially when we see a beautiful old wooden house and a limousine with a star in front of the door. A great journey through time!!!

„Oh Lord, want you buy me a mercedes benz,…“

„Breche die Regeln und du kommst ins Gefängnis, breche die Gefängnisregeln und du kommst nach Alcatraz“, dieser Satz ist uns sogleich auf einem Schild am Eingang ins Auge gesprungen. Die Gefängnisinsel ist ca. 2km vom Festland entfernt und die größte Strafe für die Insassen war, den fröhlichen Menschenlärm zu hören, der aus der Stadt vom Wind in ihre Zellen getragen wurde. Von 1934 bis 1963 wurde Alcatraz als Hochsicherheitsgefängnis genutzt, insgesamt 1500 Häftlinge waren dort inhaftiert, darunter Al Capone und Robert Stroud, der Vogelmann. Die Audiotour ist auch in deutscher Sprache und wir erhalten beeindruckende Informationen mit passenden Geräuschen unterlegt und persönlichen Berichten der Insassen sehr eindrucksvoll vermittelt.

Zusätzlich können wir auch den ältesten Leuchtturm an der Westküste begutachten, mit einem herrlichen Blick auf die Skyline der Stadt. Dazwischen liegt die San Francisco Bay in der, wie fälschlicherweise behauptet wird, keine menschenfressenden Haie schwimmen sondern Sandhaie. Doch auszubrechen war trotzdem keine gute Idee.

Eine Flucht von Alcatraz ist unmöglich, so glaubte man zumindest. In den ganzen 29 Jahren haben 36 Personen eine Flucht versucht. Die Strömung und Kälte des Pazifiks stellten sich dabei als größte Gefahr heraus. Nur drei Insassen, die Brüder John und Clarence Anglin und Frank Morris haben es tatsächlich mit einem ausgeklügelten Plan geschafft von dieser Gefängnisinsel zu entkommen. Mit den Stilen von Esslöffeln haben sie sich durch die Zellenmauer in einen Lüftungsschacht gebohrt. Auf den Pritschen legten sie Kopfattrappen, die von ihnen mit Seife, Farbe, Baumwollstoff und Menschenhaar angefertigt wurden. So verzögerten sie ihre Entdeckung. Mit einem selbstgebauten Gummiboot und Schwimmhilfen aus Regenmänteln und Klebstoff gelangten sie in die Freiheit. Ob es ein Erfolg war, weiß man bis heute nicht genau. Anscheinend wurden die Brüder in Brasilien gesehen. Jedenfalls wurde diese Tatsachengeschichte mit Clint Eastwood „Flucht von Alcatraz“ 1979 verfilmt.

Wir schreiten am dreigeschossigen Zellengang, dem Broadway entlang, blicken in Einzelzellen und Dunkelzellen und erinnern uns auf dem Gefängnishof an die Gesprächsszenen aus uns bekannten Filmen.  Überall ist der Hauch der Gefängniswelt zu spüren.

Und etwas hat uns besonders verblüfft. Tatsächlich lebten hier Frauen und Kinder, nämlich die Familien der Gefängniswärter. Was muss das für einen Menschen bedeuten, wenn er auf die Frage, wo er aufgewachsen ist „Auf Alcatraz!“ antwortet.

Wir jedenfalls kehren dieser Insel gerne den Rücken zu.

“Break the rules and you go to prison, break the prison rules and you go to Alcatraz,” this sentence immediately caught our eye on a sign at the entrance. The prison island is about 2km from the mainland and the biggest punishment for the inmates was hearing the happy noise of people carried by the wind from the city to their cells. From 1934 to 1963, Alcatraz was used as a maximum security prison; a total of 1,500 prisoners were imprisoned there, including Al Capone and Robert Stroud, the Birdman. The audio tour is also in German and we receive impressive information accompanied by appropriate sounds and personal reports from the inmates.

We can also check out the oldest lighthouse on the west coast, with a wonderful view of the city skyline. In between lies San Francisco Bay, where, as is falsely claimed, it is not man-eating sharks that swim but sand sharks. But breaking out is still not a good idea.

Escape from Alcatraz is impossible, or so it was believed. In the entire 29 years, 36 people have attempted to escape. The current and cold of the Pacific proved to be the greatest danger. Only three inmates, the brothers John and Clarence Anglin and Frank Morris, actually managed to escape from this prison island with a sophisticated plan. Using the size of a tablespoon, they drilled their way through the cell wall into a ventilation shaft. On the cots they placed dummy heads that they had made with soap, paint, cotton fabric and human hair. So they delayed their discovery. They reached freedom with a self-made rubber boat and flotation devices made from raincoats and glue. To this day we don’t know exactly whether it was a success. Apparently the brothers were seen in Brazil. In any case, this factual story was made into a film with Clint Eastwood in 1979.

We walk along the three-story Broadway, look into solitary cells and dark cells and remember the conversation scenes in films in the prison yard. The breath of the prison world can be felt everywhere.

And something particularly amazed us. In fact, women and children lived here, namely the families of the prison guards. What must that mean for a person when, when asked where he grew up, he answers “On Alcatraz!”

In any case, we are happy to turn our backs on this island.

Mit Nebelhörnern wachen wir am nächsten Morgen auf und nun erleben wir nach den gestrigen herrlichen Nachtaufnahmen auch noch den für San Francisco so typischen Nebel. Die feuchte Luft, das regelmäßige Nebelhorn, die aus der weißen Wand auftauchenden Pelikane… jetzt wissen wir auch diese Atmosphäre zu schätzen. Damit verabschieden wir uns nach drei intensiven Tagen von dieser tollen Metropole.

We wake up the next morning with foghorns and now, after yesterday’s wonderful night shots, we also experience the fog that is so typical of San Francisco. This atmosphere is also part of this city. With that we say goodbye to this great metropolis after three intensive days.

Der Wilde Westen mit seinen Facetten

Viele fragen uns, warum wir mit so einem großen Fahrzeug reisen. Und wir könnten wohl überall damit hinkommen. Emma kann mit Sicherheit mehr, als wir ihr abverlangen. Doch ein Thema ist uns immens wichtig. Zum einen ist Emma unser Zuhause mit einem riesigen Welt-Garten vor der Tür und die andere Selbstverständlichkeit ist: Wir möchten keine unberührte Natur zerstören. Wir fahren natürlich auf unbefestigten Wegen, jedoch kreieren wir keine Neuen für einsame Plätze. Die Natur ist sehr empfindlich und regeneriert sich in manchen Regionen sehr langsam. Dies möchten wir bewahren und finden auch auf ausgewiesenen Wegen schöne einsame Plätze. Doch auch Campingplätze in Nationalparks und State Parks werden von uns angefahren, mit dem Blick auf Generatoren-freie „ruhige“ Zone.

Die Höhe unseres rollenden Zuhauses liegt am Fahrgestell mit Bodenfreiheit und auch auf dem Schwerpunkt, dass wir uns aufrecht darin bewegen möchten. Durch die Bodenfreiheit und den großen Rädern wirkt Emma ziemlich groß. Im Vergleich zu vielen amerikanischen und kanadischen Erholungsfahrzeugen (Recreation Vehicles) ist sie jedoch oft deutlich kürzer.

Nun noch ein Zwischenstand zu den neuen Schuhsohlen für Emma. Die Kontaktperson in Phoenix hat sich zuversichtlich gezeigt und wird nach unserer Reifengröße in der gesamten USA schauen. Wir sind erleichtert, dass uns zumindest eine positive Aussicht gegeben wird.

Der Yosemite (sprich Jo-se-mi-ti) ist wirklich ein sehr begehrter Nationalpark. Um im Park campieren zu können, muss man ein halbes Jahr vorher buchen. Also das ist nichts für uns. Trotzdem fahren wir auf gut Glück hinein und wen treffen wir am Besucherzentrum? Mary und Thomas! Das ist lustig, wir verabreden uns am Info-Center und versuchen dort ein Plätzchen zu ergattern. Doch alles läuft hier online und das in einem Bereich ohne Internet. An der einzigen WLAN Stelle an einem Restaurant setzen wir uns online auf eine Warteliste Mit einem Alarmsignal für ein freies „Campsite“ muss man dann auch schnellstens reagieren, vorausgesetzt wir haben Netz😉. Tatsächlich können wir für die zweite Nacht einen Platz ergattern, nur für den kommenden Abend haben wir definitiv keinen Erfolg. Mary und Thomas bieten uns an, auf ihrer gebuchten Parzelle zu zelten, denn 6 Personen sind erlaubt. Super Idee, somit findet unser Zelt auch einen nützlichen Einsatz.

The Wild West with its facets

Many people ask us why we travel with such a large vehicle. And we could probably go anywhere with it. Emma can certainly do more than we ask of her. But one topic is immensely important to us. On the one hand, Emma is our home with a huge world-class garden in front of the door and on the other hand, it goes without saying: We don’t want to destroy untouched nature. Of course we drive on unpaved roads, but we don’t create new ones for lonely places. Nature is very sensitive and regenerates very slowly in some regions. We want to preserve this and also find beautiful, lonely places on designated paths. But we also visit campsites in national parks and state parks, with a view to generator-free zones.

The height of our rolling home is due to the chassis with ground clearance and also the center of gravity that we want to move upright in it. Because of the ground clearance and the large wheels, Emma looks very tall. However, compared to many American and Canadian recreational vehicles, it is often significantly shorter.

Now an interim update on the new shoe soles for Emma. The contact in Phoenix was confident and will look into our tire sizes throughout the US. We are relieved that we are at least given a positive outlook.

Yosemite (pronounced Jo-se-mi-ti) is truly a very sought-after national park. In order to camp in the park, you have to book six months in advance. So that’s not for us. Nevertheless, we drive in on the chance and who do we meet at the visitor center? Mary and Thomas! That’s funny, we meet at the information center and try to get a place there. But everything runs online here and in an area without internet. At the only WiFi point in a restaurant we put ourselves on a waiting list online. With an alarm signal for a free place you have to react quickly, assuming we have network😉. In fact, we manage to get a spot for the second night, but we definitely won’t be successful for the following evening. Mary and Thomas offer us to camp on the site they have already booked, as 6 people are allowed. Great idea, then we didn’t take our tent with us for nothing.

Wir wandern zusammen den Mist Trail, das gemeinsame wandern kennen wir ja schon und es macht einfach riesigen Spaß in Gemeinschaft die Natur zu entdecken. Die Nevada – (181m) und Vernal – Wasserfälle sind normalerweise trocken um diese Jahreszeit. Doch durch starken Regen in der letzten Zeit sehen wir sie besonders schön: mit einem Regenbogen. Auch die Berge vom Clark Point in 1675 m Höhe präsentieren sich klar und erhaben vor uns, der Grizzley Peak, Half Dome (2693m), Broderick (2044m) und Liberty Cap (2157m). Vereinzelt leuchten die Bäume schon in goldenen Herbstfarben und wir genießen diese Wanderung in vollen Zügen.

Den Four Miles Trail zum Glacier Point starten wir wegen den Temperaturen sehr früh am Morgen. Es erwartet uns ein 1000 m Auf – und Abstieg und 23 km. Die Kühle der Morgenstunden ist angenehm, die Landschaft mit Blick auf den Yosemite Wasserfall (mit 739 m der höchste Wasserfall Nordamerikas) ist grandios und die Tierwelt fügt ihre eigene Geräuschpartitur hinzu. Das Fiepen des westlichen Grauhörnchens, das Kreischen des Diademhähers, das Klopfen des Haarspechts und das Quieken des kleinen Pika- Pfeifhasen. Am Gipfel angekommen haben wir einen fantastischen Ausblick auf die Sierra Nevada und den Half Dome. Wer von euch kennt North Face? Viele laufen mit Sportbekleidung dieses Markenzeichens herum, vor allem auch Amerikaner, doch tatsächlich kennen auch sie den Ursprung des Markenzeichens nicht. Denn der Half Dome ist nicht nur das Wahrzeichen des Parks sondern auch das Symbol von North Face. Vom Glacier Point aus können wir die Facetten des Symbols am Half Dome deutlich wiedererkennen.

Erfüllt von den herrlichen Eindrücken und der körperlichen Anstrengung genießen wir einen gemeinsamen Abend mit Mary und Thomas, bevor sich unsere Wege wieder trennen.

We hike the Mist Trail together, we already know hiking together and it’s just a lot of fun discovering nature together. The Nevada (181m) and Vernal Falls are normally dry at this time of year. But due to heavy rain recently, we see it particularly beautifully: with a rainbow in the falling water. The mountains from Clark Point at an altitude of 1675 m also appear clear and sublime in front of us: Grizzley Peak, Half Dome (2693m), Broderick (2044m) and Liberty Cap (2157m). The isolated trees also shine in the autumn colors and we enjoy this hike to the fullest.

We start the Four Miles Trail to Glacier Point very early in the morning because of the temperatures. A 1000 m ascent and descent and 23 km awaits us. The cool of the mornings is pleasant, the scenery overlooking Yosemite Waterfall (at 2,400 feet (739 m), the tallest waterfall in North America) is magnificent, and the wildlife adds its own musical score. The squealing of the western gray squirrel, the screeching of the diadem jay, the tapping of the hairy woodpecker and the squeaking of the little pika pika. Once at the summit we have a fantastic view of the Sierra Nevada and Half Dome. Who of you knows North Face? Many people walk around wearing sportswear with this brand, especially Americans, but in fact they don’t know the origin of the brand either. Because the Half Dome is not only the landmark of the park but also the symbol of North Face. From Glacier Point we can clearly see the facets of the symbol at Half Dome.

Filled with wonderful impressions and physical exertion, we enjoy our last evening together with Mary and Thomas.

Das Yosemite Valley ist eigentlich ein herrliches Tal, wenn nicht die kontrollierten Waldbrände wären. Da sind wir einfach geschädigt und können diesen Geruch schwer ertragen. Zum Glück können wir auf unseren Wanderungen in die Höhe vor dem Rauch fliehen, doch die Fahrt durchs Tal ist rauchgeschwängert und auch auf dem Campingplatz müssen wir diese ungesunde Luft ertragen.

Der El Capitan ist einer der größten Granitmonolithen der Welt und wir erhaschen einen Moment, wo er sich fast rauchfrei vor uns erhebt. Seine steilen Flanken ragen 1095 m vom Talboden in die Höhe. Ein majestätischer Anblick.

Yosemite Valley is actually a beautiful valley if it weren’t for the controlled wildfires. We are simply damaged and find it difficult to tolerate this smell. Luckily we can escape the smoke on our hikes up high, but the journey through the valley is filled with smoke and we also have to endure this unhealthy air at the campsite.

El Capitan is one of the largest granite monoliths in the world and we catch a moment where it rises before us almost smoke-free. Its steep flanks rise 1095 m from the valley floor. A majestic sight.

El Capitan

Nach drei Tagen geht die Fahrt weiter über den Big Oak Flat Road aus dem Yosemite Valley heraus und auf die Tioga Road nach Osten in die Tuolumne Meadows. Die Straße windet sich durch subalpines und alpines Gelände höher und höher. Am Olmsted Point genießen wir einen weiteren herrlichen Ausblick und staunen über die Bäume, die aus Ritzen heraus oder über Felsen wachsen. Überlebenskünstler! Wir gelangen an den Tenaya Lake auf 2484 m Höhe und umrunden ihn auf dem angelegten Wanderweg. Auf dem 3031 m hohen Tioga Pass (höchster Pass Kaliforniens) verlassen wir auf dem Ostportal den wunderschönen Yosemite Park.

After three days the drive continues on the Big Oak Flat Road out of Yosemite Valley and on Tioga Road east into Tuolumne Meadows. The road winds higher and higher through subalpine and alpine terrain. At Olmsted Point we enjoy another wonderful view and marvel at the trees growing out of the cracks in the rock. Survivor! We reach Tenaya Lake at an altitude of 2484 m and circle around it on the hiking trail. At the 3031 m high Tioga Pass (highest pass in California) we leave the beautiful Yosemite Park at the east portal.

Pause ist angesagt und dringend nötig. Die finden wir am Grant Lake und gesellen uns zu den Overlandern dazu. Zwei von drei kennen wir, was für eine Freude. Ohne genaue Absprache treffen wir Elisa und Daniel sowie zum dritten Mal die Familie aus den Niederlanden Eefke, Pascal mit ihren 2 Töchtern wieder. Mittlerweile haben wir auch die Nachricht erhalten, dass Dan vier neue Continental Reifen unserer Größe gefunden hat und sie zu sich nach Phoenix schicken lässt. Das sind ja mal Neuigkeiten, juchhuuu!!! Darum wird nun das Ersatzrad wieder geschont und ummontiert. Der Käsekuchen als freudigen Anlass lässt uns einen unterhaltsamen Nachmittag an einem friedlichen Ort und in netter Gesellschaft verbringen.

A break is announced and urgently needed. We find them at Grant Lake and join the overlanders. We know two out of three, what a joy. Without any precise arrangement, we meet Elisa and Daniel and, for the third time, the family from the Netherlands Eefke, Pascal and their 2 daughters. We have now also received news that Dan has found four new Continental tires of our size and is having them shipped to him in Phoenix. That’s news, yay!!! That’s why the spare wheel is now protected and remounted. Cheesecake as a joyful occasion allows us to spend an entertaining afternoon in company and in a peaceful place.

Der Obsidian Dome ist eine natürliche Kuppel aus vulkanischem Glas nördlich der Mammoth Lakes und ist Teil der Mono-Inyo-Vulkankette. Diesen Vulkan besteigen wir gemeinsam mit Elisa und Daniel. Wir haben Lust einen Teil der Reise gemeinsam zu erleben.

Vor 600 Jahren ist diese Bergkuppe entstanden und präsentiert einen Haufen von Obsidian-Brocken und Bimsstein. Die Strukturen des Obsidians sind interessant, er sieht wie schwarzes Glas aus. Das kommt daher, dass die heiße Lava mit geringem Wasseranteil rasch abgekühlt ist. Wir können uns jedenfalls an den scharfen Gesteinskanten die Herstellung von Waffen und Werkzeugen unserer Ahnen sehr gut vorstellen. Der Bimsstein hingegen lässt unsere Hornhaut gut entfernen und mich mal kurz zur „ObelixIn“ mutieren😉

The Obsidian Dome is a natural dome of volcanic glass north of Mammoth Lakes and is part of the Mono-Inyo volcanic chain. We climb this volcano together with Elisa and Daniel. We would like to experience part of the journey together.

This hilltop was formed 600 years ago and presents a pile of obsidian chunks and pumice stone. The structures of obsidian are interesting, it looks like black glass. This is because the hot lava with a small amount of water cools down quickly. In any case, we can easily imagine how our ancestors made weapons and tools on the sharp rock edges. The pumice stone, on the other hand, can easily remove our calluses and briefly mutate Daniel into Obelix😉

Wo es Vulkane gibt findet man auch oft heiße Quellen. Es ist ein starker und kühler Wind aufgekommen und an den Wild Willys Hotspring finden wir einen Boondocking Platz (Name für freies Stehen und Übernachten) in herrlicher Natur und gönnen uns ein Entspannungsbad in den heißen Quellen.

Where there are volcanoes you can often find hot springs. A strong and cool wind has arisen and at Wild Willys Hotspring we find a beautifully located boondocking spot (free standing and overnight stay) and treat ourselves to a relaxing bath in the hot springs.

Willy`s Hot Spring

Mit Elisa und Daniel verabreden wir uns am Museum of Western Film History in Lone Pine. Die Ausstellung beinhalten Plakate, Requisiten und Kameraausstattung der in den Alabama Hills gedrehten Filme u.a. mit Steve McQueen und John Wayne. Seit 1921 bis 2006 wurden Filme gedreht. In den 1950er und 1960er hauptsächlich Western, doch auch  Abenteuerthemen wie „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne oder die Buchverfilmung von Rudyard Kipling „Kim“ mit Errol Flynn waren dabei. In jüngeren Jahren folgten dann auch Gruselfilme, Superman und Science-Fiction wie z.B. Star Trek. Alle haben diese einzigartige Landschaft genutzt. Wir begeben uns nun selbst in die Alabama Hills und nehmen euch mit zu den bizarren, orangefarbenen Granitfelsbögen inmitten der Sierra Nevada.

We arrange to meet Elisa and Daniel at the Museum of Western Film History in Lone Pine. The exhibition includes posters, props and camera equipment from films shot in the Alabama Hills, including Steve McQueen and John Wayne. Films were made from 1921 to 2006. In the 1950s and 1960s, mainly westerns, but also adventure themes such as “Around the World in 80 Days” by Jules Verne or the film adaptation of Rudyard Kipling’s book “Kim” with Errol Flynn were there. In more recent years, horror films, Superman and science fiction such as Star Trek followed. Everyone used this landscape. We are now heading into the Alabama Hills ourselves and taking you to the bizarre, orange granite rock arches in the middle of the Sierra Nevada.

In den Alabama Hills trennen sich unsere Wege wieder. Elisa und Daniel möchten etwas schneller nach Utah gelangen bevor es dort zu kalt wird und wir haben uns ein langsameres Reisen vorgenommen.

Auf der Hogback Road
Das Whitney Portal
Eye of Alabama
Einsame Übernachtungsplätze

Kennt ihr den heißesten Ort der Welt?

Das Tal des Todes „Death Valley“ wird es genannt und dieser Ort ist nun unser nächstes Ziel. Es hält mit 56,7 °C den Weltrekord für die höchste je gemessene Außentemperatur (Stopp!!! Das stimmt nicht, widerspricht Andy: „In der Wüste Daszht e Lut im Iran wurden 70,7° C gemessen!“). Doch das Tal ist mit 50 mm Niederschläge pro Jahr das trockenste Gebiet und wir stehen bei Badwater mit 86 m unter dem Meeresspiegel am tiefsten Punkt von Nordamerika. Das mit den Niederschlägen hat sich aber auch widerlegt. Im August diesen Jahres gab es so viel Regen wie seit 100 Jahren nicht mehr. 3,7cm Niederschlag wurden gemessen und das übertrifft alles bisher Gewesene. Hunderte von Touristen und Mitarbeiter mussten evakuiert werden. Was für eine Leistung, dass wir im November auf den Hauptstraßen wieder durch den Park fahren können und die Hauptattraktionen erreichbar sind. Alle Achtung!!!

Wir gelangen durch das Tal an den Mesquite Sanddünen vorbei und registrieren immer wieder riesige Spinnen, die über den Asphalt krabbeln. Achtung, männliche Vogelspinnen sind unterwegs auf der Suche nach einer Partnerin und wir setzen nun mit Bedacht einen Schritt vor den anderen. Doch ein Biss der Spinne ist nicht tödlich, das ist bei einer Klapperschlange schon anders und die fühlen sich hier auch wohl.

It is called “Death Valley” and this place is now our next destination. At 56.7 ° C, it holds the world record for the highest outside temperature ever measured (that’s not true, says Andy: 70.7 ° C was measured in the Daszht e Lut desert in Iran)😊. It is also the driest area with 50 mm of rainfall per year and at Badwater we are at the lowest point in North America at 86 m below sea level. But the situation with the precipitation has now been revised. In August this year there was more rain than in 100 years. 3.7cm of rainfall was measured and that exceeds anything ever seen before. Hundreds of tourists and employees had to be evacuated. What an achievement that in November we can drive through the park again on the main roads and all the important sights are also accessible. All attention!!!

We pass through the valley past the Mesquite sand dunes and repeatedly notice huge spiders running across the asphalt. Attention, male tarantulas are on the move looking for a partner and we now carefully put one step in front of the other. But a bite from a spider is not fatal, it is different with a rattlesnake and they also feel comfortable here.

Drei Tage nehmen wir uns Zeit für diesen Park. Die Temperaturen Ende Oktober sind erträglich mit 25° im Schnitt und deutlich kühleren Nächten. Wir wandern durch den Golden Canyon zur Kathedralen Felsformation. Gelb-gold und rot leuchten die Felswände und wir können uns keinesfalls vorstellen, diesen Ort im Sommer zu besuchen. Auch eine Naturbrücke und ein trockener Wasserfall können wir erkunden und auf einer salzigen Schotterpiste auf den Teufels Golfplatz gelangen. Der Devils Golf Course ist voller spitzer und verkrusteter Salzstrukturen. Eine uns unbekannte Landschaft.

Am Badwater stehen wir dann vor einem völlig ungewöhnlichen See. Normalerweise ist der mit 86 m unter dem Meeresspiegel tiefste Punkt Nordamerikas mit Salzpfannen ausgefüllt. Doch durch den Regen spiegeln sich zu diesem Zeitpunkt die umliegenden Berge darin. Auch untypisch sind die vielen Grashüpfer, die durch den Regen hier massenhaft auftreten. Am gegenüberliegenden Berghang ist ein Schild mit dem Meeresspiegel (Sea Level) angebracht und verdeutlicht uns den tiefsten Punkt Nordamerikas.

We take three days to visit this park. The temperatures at the end of October are bearable with an average of 25° and significantly cooler nights. We hike through the Golden Canyon to the Cathedral rock formation. The rock walls glow yellow, gold and red and we can’t imagine visiting this place in summer. We can also explore a natural bridge and a dry waterfall and reach the Teufels Golf Course on a salty gravel road. The Devil’s Golf Course is full of sharp and encrusted salt structures. A landscape unknown to us.

At Badwater we find ourselves in front of a completely unusual lake. Normally, the lowest point in North America, 86 m below sea level, is filled with salt pans. But due to the rain, the surrounding mountains are reflected in it at this point. Also atypical are the many grasshoppers that appear here in large numbers due to the rain. On the opposite mountainside there is a sign showing the sea level.

Den Artist Drive dürften wir mit unserer Fahrzeuglänge eigentlich nicht fahren. Doch mit unserem kurzen Radabstand und der Erfahrung der amerikanischen Vorsicht wagen wir die Strecke und haben keine einzige knifflige Situation vorgefunden. Der Artist Palette Drive zählt zur farbenprächtigsten Region im Amargosa-Gebiet. Wir durchstreifen die Wege durch die Hügel von grün-orange-gelb und rotbraunen Pastelltönen.

We shouldn’t actually drive the Artist Drive with our length. But with our short wheelbase and the experience of American caution, we brave the route and didn’t find a single tricky situation. The Artist Palette Drive is one of the most colorful regions in the Amargosa area. We wander the paths through the hills of green-orange-yellow and reddish-brown pastels.

Mit dem Sonnenaufgang am Zabriskie Point nehmen wir Abschied vom Death Valley und fahren weiter Richtung Südosten nach Nevada und Las Vegas.

Sonnenaufgang am Zabriskie Point

Bevor wir uns in die Millionenmetropole Las Vegas wagen, staunen wir über das 20 km entfernte Erholungsgebiet des Red Rock Canyons. Immer wieder stellen wir fest, wie nah sich einsame Natur neben pulsierenden Städten befinden. Auch Wasserversorgung, Internetverbindung und Elektrizität sind oft unweit entfernt wie abgeschnitten. So erleben wir es hier in den Weiten des Wilden Westens. Nun lassen wir die Bilder für sich sprechen.

Ach ja, noch eine wichtige Neuigkeit: die neuen Schuhsohlen von Emma sind in Phoenix angekommen und wir können am Montag in die Werkstatt kommen zum Um-Montieren. Das ist eine große Erleichterung.

Red Rock Canyon

Wie sollen wir unseren Prozess diese bekannte Stadt doch noch zu besichtigen beschreiben? Vielleicht so, weil wir in der Nähe sind und nun schon das dritte Mal an der Stadt vorbeifahren. Oder weil wir uns zu unserer kritischen Einstellung erst eine Meinung bilden können, wenn wir dort waren. Oder auch nur ganz einfach deshalb, weil es cool ist mal dort gewesen zu sein. Wir haben uns jedenfalls im dritten Anlauf dazu durchgerungen.

Auf dem Excalibur Parkplatz können wir für 24 Stunden parken. Das ermöglicht uns einen Eindruck bei Tag und bei Nacht. In 26 km durchstreifen wir vom Excalibur und Disneyworld den Las Vegas Boulevard und erreichen den „Strip“. 6,5 km zieht er sich durch Las Vegas und hier befindet sich die große Mehrheit der Themenhotels und Casinos, die für die einzigartige Atmosphäre verantwortlich ist. Wir erreichen zu Fuß New York, gelangen zum Eiffelturm nach Paris, stehen plötzlich in Venedig und erleben ein Wasserspiel am Comer See. Eine künstlich geschaffene Welt, mit Leuchtreklamen, Lichterspielen und Attraktionen die vor Energie- und Wasserverbrauch nur so strotzen. In den Casinos ist zu jeder Stunde Betrieb und man kann sein Geld im Glücksspiel verdoppeln oder verlieren. Uns jedenfalls genügt nur das Zusehen und wir verspüren nicht den geringsten Reiz unsere Emma zu verzocken.

How should we describe our process of visiting this well-known city? Maybe that’s because we’re nearby and this is the third time we’ve driven past the city. Or because we can only form an opinion about our critical attitude once we have been there. Or just because it’s cool to have been there. In any case, we decided to do it on the third attempt.

We can park at the Excalibur parking lot for 24 hours. This gives us an impression day and night. In 26 km we roam Las Vegas Blvd from Excalibur and Disneyworld. and reach the “Strip”. It stretches 6.5 km through Las Vegas and is where the vast majority of the themed hotels and casinos are located, which is responsible for the unique atmosphere. We reach New York on foot, New York goes to the Eiffel Tower in Paris, then suddenly we find ourselves in Venice and experience a water feature on Lake Como. An artificially created world, with neon signs, light displays and attractions that are bursting with energy consumption. The casinos are open every hour and you can double or lose your money while gambling. In any case, just watching is enough for us and we don’t have the slightest ambition to gamble away our Emma.

New York, New York
Disneyworld
Venedig
Paris bei Nacht
Wasserspiele am Hotel Bellagio im künstlichen Comer See
Casinos in Hülle und Fülle

1990 wurde die Fremont Street Experience entworfen um wieder mehr Besucher in die ursprüngliche Szene von Las Vegas zu locken. Wir finden ein Tonnendach vor, das 27 m hoch und 450 m lang ist und 11.800 kg wiegt. Die Unterseite dieses Dachs bildet eine LED-Anzeigetafel, die uns bei Dunkelheit mit 12,5 Millionen LEDs verschiedene Shows vorführt. Wir stehen darunter und staunen was das Zeug hält. Eine Kinoähnliche Abfolge von Filmthemen wie Weltraum, Unterwasserwelt oder Kugelspiele lassen uns ungläubig den Kopf schütteln. Überall klingt laute Musik von Livebands auf die Flaniermeile und unsere Ohren beginnen zu klingeln. Kein Wunder, es sind 220 Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von 550.000 Watt verbaut.

Wir erleben einen Kulturschock nach unseren einsamen und naturverbundenen Monaten in Nordamerika. Nur New Orleans konnte da mithalten und war für uns deutlich origineller.

Fazit: Las Vegas zu sehen war interessant, bestätigt jedoch unsere Meinung, dass viel zu viel Energie verbraucht, Wasservorräte verschwendet und die meisten spielsüchtigen Menschen um ihren Verdienst gebracht werden. Wir machen jedenfalls einen großen Haken daran. Eindrücklich ist auch, dass 2,25 Millionen Einwohner von Las Vegas jährlich mehr als 40 Millionen Besucher begrüßen.

In 1990, the Fremont Street Experience was designed to bring more visitors back to the original Las Vegas scene. We find a barrel roof that is 27 m high and 450 m long and weighs 11,800 kg. The underside of this roof forms an LED display panel that shows us various shows in the dark using 12.5 million LEDs. We stand under it and marvel at what it can hold. A cinema-like sequence of film themes such as space, the underwater world or ball games amaze us. Loud music from live bands can be heard everywhere on the promenade and makes our ears ring. No wonder, there are 220 speakers installed with a total output of 550,000 watts.

We are experiencing culture shock after our lonely and nature-loving months in North America. Only New Orleans could keep up and was much more original for us.

Conclusion: Las Vegas was interesting to see, but confirms our opinion that it uses far too much energy, wastes water supplies and deprives most gambling addicts of their income. In any case, we’re making a big dent in it. It is also impressive that 2.25 million residents of Las Vegas welcome more than 40 million visitors every year.

Wir waren schon einmal auf der Route 66, doch die Strecke nach Oatman haben wir noch nicht erlebt. Irgendwie ist diese Straße besonders für uns. Vielleicht auch, weil Andys Papa sie gerne gefahren wäre und nicht dazukam. Jetzt genießen wir sie bei deutlich schönerem Wetter und mit wärmeren Temperaturen. Die originelle Goldgräberstadt Oatman in den Black Mountains hat auch Clark Gable gefallen, denn er hat hier seine Flitterwochen 1939 mit Carole Lombard verbracht. Uns gefallen die wilden Hausesel am besten. Sie sind überall anzutreffen und zeigen auch keine Scheu auf der Suche nach Fressen in die Läden zu spicken.

Auch Hackberry und Seligman durchstreifen wir bei Sonnenschein und fühlen uns mit den Oldtimern und Antiquitäten aus den 30er-60er Jahren wie auf einer Zeitreise. Das hätte Willi auch gefallen.

Emma- Pflege ist nun angesagt. Sie benötigt dringend eine Säuberung außen wie innen und eine neue Strukturierung. Wir haben einfach zu viel mitgenommen und möchten uns deutlich reduzieren. Auf das was wir nun fast 16 Monate nicht benutzt haben, können wir verzichten. So manches wandert ins Fluggepäck und das meiste wird verschenkt.

Wir sind nun in Phoenix in der BestDrive Werkstatt. Die Reifen werden gewechselt und Andy unterstützt tatkräftig, da die Sprengringfelgen unbekannt sind. Nach 5 Stunden harter Arbeit, ohne Montage-Maschinen und auf Plastikeimern als Böcke sowie mit 35° im Schatten hat Emma endlich wieder neue Schuhsohlen. Eine mexikanisch -amerikanisch – deutsche Teamarbeit. Well done!!!

Weitere Aufgaben wie Ölwechsel und schweißen der gerissenen Alu-Heckgarage für die Fahrräder stehen an. Die vielen Offroadstrecken fordern ihren Tribut. Dies sind alles Vorbereitungen für unsere Weiterreise an den südlichsten Punkt der Panamericana, Ushuaia.

Amerikanisch-mexikanisch-deutsche Teamarbeit

Die letzten Tage vor unserem Abflug genießen wir in den Superstition Mountains und es gesellen sich noch Heidi und Nobby (das Dalton- Team) zu uns. Einfach wohltuend, in absoluter Ruhe den Austausch mit unseren Freunden genießen zu können.

An dieser Stelle verabschieden wir uns nun von euch. Unser Heimaturlaub steht an! Wir freuen uns nach fast 16 Monaten riesig auf unsere Familie und unsere Freunde. Zugleich möchten wir die Gelegenheit nutzen, euch für euer Interesse und die Kommentare auf unserem Blog zu danken. Vielleicht habt ihr auch Lust, euch ins Gästebuch einzutragen. Wir würden uns sehr darüber freuen. Bleibt gesund und munter und genießt die Vorweihnachtszeit. An unserer Reise werden wir euch jedenfalls weiterhin teilhaben lassen. Bye, Tschüss, Bis bald und Toi, toi, toi bei all eurem Vorhaben.